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SMART METER FÜR BALKONKRAFTWERKE

Wir klären die häufigsten Fragen rund um Guerilla-PV, Balkonkraftwerke, Rücklaufsperren und der Anmeldung beim Netzbetreiber

Discovergy Blog im Überblick

Smart Meter für Balkonkraftwerke

Von Kai Diekamp / Simon Traschinsky. Mittwoch, 07.10.2020


In letzter Zeit erhalten wir immer häufiger Fragen zu Smart Metering für Balkonkraftwerke. Die stark gestiegene Nachfrage nach diesen Mini-Photovoltaikanlagen begrüßen wir sehr, da wir eine dezentrale und lokale Erzeugung von Elektrizität mit unseren Produkten unterstützen. Das Thema, wie Smart Metering und Balkonkraftwerke zusammen gehen können, ist also nicht nur hochaktuell, sondern wirft außerdem noch viele Fragen auf, zu denen immer wieder teils gegensätzliche Aussagen zu lesen sind. Unser Ziel ist es, mit diesem Beitrag ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen und alle Fragen, die unsere Kernkompetenz, den intelligenten Messstellenbetrieb, betreffen, zu beleuchten.


Was sind eigentlich Balkonkraftwerke?


Balkonkraftwerke sind kleine Photovoltaikanlagen, die meist aus ein bis zwei Modulen mit eigenem Wechselrichter bestehen und eine Stromerzeugung von ca. 300 Watt je Modul leisten können. Damit sind also bis zu 300 kWh Erzeugung im Jahr möglich. Die Anlagen werden dabei auch unter den Namen Plug-and-play Photovoltaik, sowie Guerilla-PV angeboten und als Zählerbremse bezeichnet. Dieser Beiname lässt bereits durchblicken, dass es sich bei solchen Anlagen nicht um große Einspeiser handelt, sondern diese hauptsächlich dabei helfen sollen, den Verbrauch im eigenen Objekt mit zusätzlichem PV-Strom zu stützen.


Wie funktioniert ein Balkonkraftwerk und was ist zu beachten?


Die Module im bestmöglichen Winkel (optimalerweise Südseite, auf Verschattung achten etc.) zu installieren, stellt die optimale Nutzung sicher. Nach Anstecken an das eigene Hausnetz, erzeugt die Anlage Energie für den Eigenverbrauch. Zu diesem Punkt gibt es jedoch unterschiedliche Ansichten: Während nach Meinung des VDEs sowohl eine separate Einspeisesteckdose als auch die Kontrolle der Hausverteilung durch eine Fachkraft notwendig sind, hält die DGS eine normale Steckdose und eine Selbstmontage für ausreichend, da die Anlagen selbst über eine Abschaltvorrichtung verfügen, die innerhalb von 0,2 Sek. das Modul deaktivieren kann.1 Mehr Infos dazu finden Sie auch in den Quellenangaben am Ende des Artikels.

Balkonkraftwerke können mit der passenden Unterkonstruktion auch direkt auf der Terrasse oder dem Hausdach montiert werden. Falls die Anlagen nicht im optimalen Winkel aufgestellt werden können, produzieren sie dennoch Strom, wobei der Ertrag dadurch abnimmt. Mieter müssen die Installation einer solchen Anlage zudem natürlich mit Ihrem Vermieter abstimmen.


Was passiert mit nicht genutztem Strom?


Falls der Strom nicht direkt im Haushalt genutzt wird, wird der Überschuss in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Für diesen Strom erhält der Betreiber in der Regel keine Vergütung. Hier ist die Nutzung eines Zählers mit Rücklaufsperre vorgeschrieben. Ein mechanischer Ferraris Zähler würde bei Einspeisung beispielsweise “rückwärts zählen”. Diese indirekte, nicht genehmigte Vergütung könnte vom Gesetzgeber als Betrugsversuch und Steuerhinterziehung verfolgt werden.2 Über die Rücklaufsperre hinaus ist die Anmeldung der Anlage beim Netzbetreiber sowie im Marktstammdatenregister vorgeschrieben. Der Netzbetreiber muss dabei keine Genehmigung der Anlage erteilen, da lediglich die Anmeldung gefordert ist.


Kann es passieren, dass ich gleichzeitig Strom ins Netz einspeise und Strom aus dem Netz kaufe?


Nein, in Deutschland sind saldierende Zähler vorgeschrieben.

Saldierende Zähler zählen Strom nicht phasenweise, sondern immer die Summe aller drei Phasen. Zum Verständnis eignet sich hier das Bild eines Karussells mit drei Fahrgästen. Jeder Fahrgast repräsentiert dabei eine Phase. Beim Stromverbrauch “schieben” zwei Fahrgäste das Karussell vorwärts, während ein Fahrgast in die entgegengesetzte Richtung läuft (hier wird Strom produziert). Insgesamt würde das Karussel also natürlich weiter vorwärts laufen, jedoch langsamer als ohne den dritten, bremsenden Fahrgast.

Balkonkraftwerke sparen also selbst dann Energie ein, wenn Verbraucher auf einer anderen Phase arbeiten als das Balkonkraftwerk selbst.


Macht ein Balkonkraftwerk letztendlich Sinn?


Ja! Finanziell amortisiert sich ein solches Kraftwerk, je nach Kaufpreis, Strombedarf und Ausrichtung nach ca. 8 Jahren. Für die Umwelt lohnt sich die Anlage bereits ab ca. 2 Jahren Betriebsdauer, denn dann sind die bei der Produktion entstandenen Emissionen kompensiert. Bei der üblichen Garantie von 10 Jahren und noch längerer erwarteter Lebensdauer also ein Win Win.

Wer die Produktion seines Balkonkraftwerks mit einem Steckdosen-Zähler misst, kann zudem seine Sparleistung mit folgender einfacher Formel errechnen:

Produktion - Einspeisung = Eigenverbrauch (gesparte Strommenge)
Eigenverbrauch * 0,3€ = gesparter Strompreis
Produktion * 0,5 = gesparte CO2 Äquivalente (in kg)

Letztendlich bleibt das Balkonkraftwerk auch ein Symbol für gelebte Energiewende und hat somit auch einen zwar nicht messbaren, aber individuell gelebten Wert.


Wie kann ein Discovergy Smart Meter Sie bei Ihrem Vorhaben unterstützen?


Planen Sie also die Anschaffung eines Balkonkraftwerks und nutzen noch einen veralteten Zähler ohne Rücklaufsperre, können Sie beim Zählerwechsel hier zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: All unsere Messprodukte verfügen über die notwendige Rücklaufsperre und Sie können dank intelligenter Zähltechnik Ihre Energieverbräuche transparent machen. Sollte Ihr Netzbetreiber die Installation eines Zweirichtungszählers fordern, bieten wir auch hier die passende Messtechnik an. Bei Neu-Installationen können Sie an dieser Stelle ggf. von der Einsparzähler-Förderung profitieren. Bestehende Discovergy-Nutzer können ohne zusätzlichen Montagetermin gegen eine Einmalgebühr umgestellt werden.

In allen Fällen profitieren Sie dank einem Discovergy Smart Meter von einer Live-Ansicht Ihres Verbrauchs im Discovergy Portal. Ob per App oder im Browser können Sie so jederzeit Ihre Verbräuche einsehen und dadurch Ihren Eigenverbrauch optimieren. Auch eine Ansicht auf alle drei Phasen aufgeschlüsselt ist damit möglich. So werden Sie nie wieder von Ihrer nächsten Stromrechnung überrascht.

Ganz egal also, ob Sie mit einem Balkonkraftwerk Strom einsparen oder ein Signal für den Klimaschutz setzen möchten: Ein Discovergy Smart Meter hilft Ihnen dank intelligenter Messtechnik Ihren Eigenverbrauch zu optimieren, Ihren Bedarf zu verstehen und komplizierte Messwerte zu leicht verständlichen Mehrwerten zu machen. So finden Sie mit Smart Metern und einem Balkonkraftwerk Ihren Start in die Welt der Energieproduktion.


[1] (Link abgerufen am 06.10.2020) https://www.pvplug.de/faq/

[2] (Link abgerufen am 06.10.2020) https://www.vde.com/de/fnn/arbeitsgebiete/tar/tar-niederspannung/erzeugungsanlagen-steckdose

Beachten Sie bitte: die Angaben in diesem Beitrag, gerade zu juristischen Themen, sind ohne Gewähr


Kategorien: Smart Meter, Energiesparen.



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