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Der LichtBlick Prosumer-Report 2022: 10,8 Millionen Ein- und Zweifamilienhäuser könnten die Energie zehn mittelgroßer Kohlekraftwerke erzeugen

Discovergy Blog im Überblick

Prosumer Einfamilienhäuser

Von Martin Jendrischik. Montag, 04.07.2022


Nichts bleibt so, wie es einmal war: Die neue Energiewelt der Prosumer stellt die Erzeugung und den Verbrauch von Energie auf den Kopf. Häuser werden intelligent und vorausschauend gesteuert, E-Autos werden nur dann geladen, wenn die Sonne scheint und Strombezug aus dem Netz erfolgt vor allem dann, wenn erneuerbare Energie im Überfluss vorhanden ist. Eine neue Studie zeigt: 10,8 Millionen Ein- und Zweifamilienhäuser in Deutschland sind genau für eine solche Prosumer-Energiewende geeignet. Werden diese Haushalte elektrifiziert, könnten die erzeugten 96 Milliarden Kilowattstunden ausreichen, zehn mittelgroße Kohlekraftwerke in Rente zu schicken.


Bislang war die Energiewende etwas für echte Pioniere – für diejenigen, die Freude damit verbanden, ihre Photovoltaik-Leistung mithilfe des Discovergy Energieportals ihren Eigenverbrauch zu vergleichen oder durch Volleinspeisung nach staatlich geförderter Rendite strebten. Aber die Potenziale der neuen Energiewelt sind viel größer: Der LichtBlick Prosumer-Report 2022 zeigt, dass mehr als zehn Millionen Haushalte für eine oder zwei Familie(n) mit Photovoltaikanlagen auf dem Dach, Stromspeicher und Wärmepumpe im Keller sowie E-Auto in der Garage elektrifiziert werden können. Die Bewohner werden dadurch zu Prosumern – also zu Produzenten und Konsumenten von Energie gleichermaßen.


Neben den genannten Schlüsseltechnologien, die sich gerade im Eiltempo durchsetzen, sind Energiemanagementsysteme (HEMS) und Smart Meter entscheidende Lösungen. Das HEMS steuert die Energieflüsse im Haus – von der Photovoltaikanlage über Verbraucher wie Wärmepumpen, Elektroautos bis zu Kühlschränken oder Computern auf Basis eines lernenden Systems. Es vernetzt die Technologien im Haus und optimiert die Energieflüsse rund um Produktion, Speicherung und Verbrauch. Dabei werden sowohl typisches Verhalten als auch Vorgaben der Bewohner via App einbezogen.


Zeitvariable Tarife und Energie-Gemeinschaften durch Smart Meter


Einen Schritt weiter gehend arbeitet das HEMS mit dem intelligenten Messsystem zusammen. Diese Smart Meter sind die Verbindung zwischen Haus und Netz und ermöglichen beispielsweise zeitvariable Stromtarife, wenn Netzstrom besonders günstig ist – zum Beispiel in windreichen Nächten. HEMS und Smart Meter verbinden das Prosumer-Haus mit den Strommärkten und anderen Prosumern. Als Bindeglied dienen Aggregatoren, die Heimspeicher zu virtuellen Kraftwerken vernetzen, um damit die Stromnetze zu stabilisieren.


Aufstrebend ist auch der Ansatz der Energie-Community: Diese wird in der Regel von einem Energieversorger oder einer Energiegenossenschaft koordiniert, und regelt den Energieaustausch zwischen Prosumern. Diese neuartigen Geschäftsmodelle bieten sich vor allem deshalb an, weil die gesetzliche Einspeisevergütung für Überschussstrom sinkt. Um aber die Klimaziele zu erreichen, ist es vorteilhaft, wenn Prosumer möglichst große Photovoltaikanlagen in Kombination mit Speichersystemen bauen. Das führt im Sommer zu Stromüberschuss-Einspeisung, die künftig stärker belohnt wird als heutzutage.


Zwei Drittel der Haushalten haben noch analoge Zähler


Allein in Deutschland gibt es 51 Millionen Stromzähler. Aber zwei Drittel der Haushalte haben noch analoge Zähler und wissen folglich zu wenig über ihre Energieverbräuche, um effizient damit umzugehen. Bis 2032 soll der Smart Meter Rollout weitgehend abgeschlossen sein. Heute hat jeder Fünfte der 1,71 Millionen aktiven Prosumer mit Solaranlage einen Smart Meter. Das sind 334.000 – also erst drei Prozent von 10,8 Millionen.


Der für den Report von LichtBlick entwickelte Prosumer-Index gewichtet die Technologien und vergleicht ihre aktuelle Verbreitung mit ihrem Potential. 2022 liegt der Prosumer Index bei 9,5 von 100 möglichen Punkten.


Gelingt der Umbau der 10,8 Millionen potenziellen Prosumer-Haushalte auf Wärmepumpen und E-Autos, reduziert sich deren Energiebedarf um beachtliche 65 Prozent  von bislang 336 Milliarden Kilowattstunden auf 119 Milliarden Kilowattstunden. Vier Fünftel ihres Energiebedarfs können Prosumer-Haushalte selbst erzeugen.


Hierzu wird aber nicht viel Zeit bleiben – die Effizienz-Revolution steht in den Startblöcken.


Kategorien:  Smart Meter, Energiesparen.

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